
Nein, der Heilige ist nicht gemeint, sondern Winfried Georg Sebald (1944–2001), der v.a. in angelsächsischen Ländern als einer der wichtigsten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts gilt, während er im deutschsprachigen Raum lange Zeit vergleichsweise wenig rezipiert wurde. In einer vielschichtigen, teils bewusst altertümlich anmutenden Prosa kreisen seine Texte um Erinnerung und Gedächtnis, Fremdheit und (Nicht-)Ankommen, um kulturelle Überlieferungen und historische Brüche. Die Lebensgeschichten seiner Protagonisten sind vielfach von Traumata überschattet, die ihren Ursprung in der nationalsozialistischen Vergangenheit haben. Sebalds Schreiben zielt insgesamt auf das, was er selbst als eine „Naturgeschichte der Zerstörung“ bezeichnet hat: eine literarische Erkundung der langfristigen, oft verdeckten Verwüstungen, die historische Gewalt in Landschaften, Biographien und kulturellen Gedächtnissen hinterlassen hat. Eine besondere Rolle spielen die in viele seiner Werke integrierten Fotografien, die rätselhaft erscheinen, zugleich jedoch vielfältig mit den Texten in Resonanz stehen. Das Literaturgespräch sucht den Erstkontakt mit dem Autor in einer kurzen Einführung, einem literarischen Dialog und Textbeispielen.
Das literarische Gespräch führen Jonas Meurer und Ulrike Bauermeister-Bock.
Jonas Meurer ist seit 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und seit 2022 assoziiertes Mitglied im DFG-Graduiertenkolleg ‚Literatur und Öffentlichkeit in differenten Gegenwartskulturen‘ an der FAU Erlangen-Nürnberg. Schwerpunkte in Forschung und sind u. a. die deutschsprachige Literatur zwischen 1918 und 1968 sowie der Gegenwart. Ulrike Bauermeister-Bock ist Mitglied des Pegnesischen Blumenordens und Autorin.
Das Angebot entstand in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sebald Gesellschaft, der sowohl Jonas Meurer als auch Ulrike Bauermeister-Bock angehören.
Eintritt: 10,- € / ermäßigt 5,- €

Kompetenz und Performanz verändern sich in den letzten zwei Dekaden mit zunehmender Rasanz. Ausgehend von der Sprach-Erziehung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts diskutieren wir Entwicklung und Verwicklung in diesem Bereich von Erziehung. Was dies für die persönliche und soziale Situationen in unserem Gemeinwesen bedeutet, ist ein weiterer wichtiger Aspekt unseres Vortrags. Wie immer steht auch hinreichend Zeit für die Diskussion mit und für Fragen von unseren Teilnehmern zur Verfügung.
Die beiden Referent Josef Olszewsky und Mechthild von Scheurl beleuchten das Thema aus verschiedenen Perspektiven und beziehen durch Fragen und anschließende Diskussion das Publikum mit in ihre Betrachtung. Durch diesen Gedankenaustausch bieten die Abende des Sprachkreises nun schon seit Jahren einen sicheren Erkenntnisgewinn für alle Teilnehmer.
Eintritt: 10,- € / ermäßigt 5,- €
(sh. Link Ticketbuchung vorab oder Abendkasse)

vorgestellt von Prof. Uli Rothfuss
Der in Tübingen studierte evangelische Theologe Johann Gottlieb Friedrich von Bohnenberger (1765-1831) war ein Astronom und Geodät. Das naturwissenschaftliche Interesse bekam er von seinem Vater mit auf den Weg, der auch Pfarrer war und bereits mit Elektrizität experimentierte.
Bohnenberger widmete sich ganz seinen astronomischen Studien und vermaß als Erster im Auftrag des württembergischen Königs das Königreich in einer bis dahin ungekannten Akribie. Er erfand wichtige astronomische Geräte wie einen Holzquadranten oder das Gyroskop, und er richtete in seinem Heimatort Altburg eine Sternwarte ein, die heute noch besichtigt werden kann und war später Professor für Astronomie an der Universität Tübingen und wurde persönlich vom König von Württemberg geadelt; mit seinen Messungen und Forschungen legte er wesentliche Grundlagen für das heutige Navigationssystem GPS.
Studierende der Akademie Faber-Castell beschäftigten sich in der Lehrveranstaltung Sprache und Kommunikation unter Leitung von Prof. Uli Rothfuss, Präses des Pegnesischen Blumenordens, mit der Person Johann Gottlieb Friedrich von Bohnenberger und seiner Zeit – aus den recherchierten Texten sind spannende, kenntnisreiche Essays entstanden, die nun in dem Buch „Himmelsbegegnungen“ erschienen sind.
Im Rahmen des Vortragsabends werden das Buch und die Persönlichkeit Bohnenbergers von Prof. Uli Rothfuss sowie den Bohnenberger-Forschern Prof. Dr. Eberhard Baumann und Dr. Eberhard Bantel mit Lesungen und Lichtbildern vorgestellt.
Eintritt: 10,- € / ermäßigt 5,- €
